25 Jahre war Andreas verschwunden, als seine Schwester einen Anruf erhält, dass er sich im Krankenhaus befindet, mit Schlaganfall, in ihrer alten Heimatstadt Lübeck. Sonia, die sich mittlerweile ein Leben in Berlin aufgebaut hat, macht sich widerwillig auf den Weg nach Lübeck und ist überzeugt, sie wird nur kurz nach Andreas sehen und dann wieder in ihr Leben zurückkehren – zu ihrer Arbeit, zu ihrer Tochter und ihrem Enkel. Doch es kommt anders. Als sie in Andreas Wohnung kommt, entdeckt sie Hinweise darauf, was ihm in den letzten 25 Jahren geschehen ist, allerdings sind es nur Fragmente. Anscheinend war er verheiratet, aber die Frau ist tot. Er hat in Mexico gelebt. Doch wovon? Jedes Puzzleteil, das sie findet, wirft mehr Fragen auf, als es Antworten gibt. Andreas selbst gibt ihr keine Erklärungen, angeblich kann er sich nicht erinnern. Als sie denn noch eine große Menge Geld in seinem Badezimmer findet, beschließt sie nach Mexico zu reisen und sich dort auf Spurensuche zu begeben. Diese Spurensuche wird nach und nach immer unwichtiger, wird zu einer Selbstentdeckungsreise für Sonia und konfrontiert sie mit Fragen wie: Wie gut kenne ich meine Nächsten? Welche Geheimnisse und Lügen gab und gibt es in meiner Familie? Was fange ich mit dem Rest meines Lebens an?

Es ist ein sehr vielschichtiges Buch, in dem der Ausgangspunkt, der Schlaganfall und das Wiederauftauchen des Bruders, mehr und mehr unwichtig wird und für die Protagonistin zu einer Aufarbeitung ihrer Vergangenheit wird. Sie entdeckt wie trickreich Erinnerungen sind, welche Geheimnisse in ihrer Familie existieren und wie festgefahren ihr eigenes Leben ist. Besonders hat mir gefallen wie die Autorin surreale Wahrnehmungen, Träume und reale Begegnungen ineinander verwebt, ineinander übergleiten lässt. Gerne mehr dieser Art.

Das Geheimnis der Welt

Autorin: Jesse Falzoi

Verlag: Songdog Wien

ISBN: 978-39504224-9-8

Preis: 20,00 € / Softcover

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