Der Irrläufer von Gudmund Vindland

Yngve ist dreizehn, als er sich in seinen Klassenkameraden Magnus verliebt und erkennt, dass es nicht nur eine Phase ist. Er ist homosexuell und akzeptiert das, obwohl er sich wünscht, dass es nicht so wäre. Magnus wiederum, zerbricht an dem, was er für Sünde hält, denn die beiden leben in den 60-ziger und 70-ziger Jahren in Norwegen. Homosexualität ist dem Gesetz nach eine Straftat, der Kirche nach eine Sünde und aus Sicht einiger Mediziner, eine heilbare Krankheit. Die Gesellschaft ist stark christlich geprägt und verlogen. Während Magnus irgendwann seine Sexualität verleugnet und versucht sich der Gesellschaft anzupassen, geht Yngve einen anderen Weg und lebt seine Homosexualität, er wird Opfer von Gewalt, denn einigen Bürgersöhnchen ist es ein Fest, Schwulen vor gewissen Kneipen aufzulauern und sie zu verprügeln. Drogen und Alkohol verschaffen ihm eine Paranoia und bringen ihn fast um. Dabei ist er auf der Suche nach Liebe, wie wohl jeder Mensch und will nichts weiter, als so akzeptiert werden, wie er ist. Doch das ist in der bigotten Welt dieser Zeit nicht möglich.

Zuerst möchte ich sagen, es ist eine Schande, dass dieses Buch nur antiquarisch oder über Amazon unlimited zu erhalten ist. Es sollte dringend neu aufgelegt werden, denn es ist heute noch genau so aktuell, wie 1979, als es im Forfatterforlaget in Norwegen erschien. Gerade in einer Zeit in der Homo und Schwuchtel auf den Schulhöfen als Schimpfwort benutzt wird, in der Trans- und Homosexuelle vermehrt psychischer und körperlicher Gewalt ausgesetzt sind, sollte Yngves Geschichte gelesen werden.

Einmal ganz abgesehen von seiner Botschaft, ist es sehr gut geschrieben.

Der Irrläufer

Autor: Gudmund Vindland

Übersetzerin aus dem Norwegischen: Gabriele Haefs

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