Es ist der 8. März 2019, Internationaler Frauentag, Frauenkampftag, und entsprechend sind die Beiträge in den Medien. Dann geht bei einem Radiosender eine Drohung ein. Ein Attentat immensen Ausmaßes auf die abendliche Groß-Demo wird angekündigt. Staatsanwaltschaft und Polizei nehmen die Ermittlungen auf und auch die Journalistin Lisa Nerz macht sich an die Arbeit.

Im 12. Lisa Nerz Krimi geht es um Frauenhass und wie tief dieser noch immer verbreitet ist, ja geradezu eine Renaissance erlebt, dank der Möglichkeiten des Internetz diesen zu befördern. Ein Mann will so viele Fi-Fa-Fotzen, wie er sich ausdrückt, töten wie möglich. Wie diesen Mann finden? Lisa Nerz, die unangepasste, erhält unerwartete Unterstützung von der siebzehnjährigen Tuana, einer Muslima mit Hijab, Selbstbewusstsein und Computerkenntnissen. Während sie versuchen den Anrufer zu finden, begegnen sie ihren eigenen Vorurteilen, einem geballten Frauenhass und Rassismus und in dem die Autorin ihre Protagonist*innen dem aussetzt, sind auch die Leser*innen damit konfrontiert. Das ist nicht immer leicht auszuhalten und das obwohl mensch ja täglich mit Hasskommentaren, den kleinen und großen Ungerechtigkeiten, sexueller Belästigung und Gewalt gegen Frauen konfrontiert wird. Doch es wird auch nicht versäumt zu zeigen, was Solidarität und Standfestigkeit bewirken können. Es ist ein wichtiges Buch, eines, dass sich trotz der Schwere des Themas gut lesen lässt, dank des trockenen Humors der Autorin. Was mir allerdings schwer fällt ist, es in die Rubrik Krimi einzuordnen. Die zweite Welt ist deutlich mehr als das.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.